Cafeteria im Spieker - jetzt wieder jeden Donnerstag

Alte Kirche

„Schön dass Sie da sind. Die älteste Dame des Dorfes, die Alte Kirche begrüßt Sie. Sie stehen nun auf einer der ältesten besiedelten Fläche in Buldern. Im Schutz vom Karthäuser Mühlenbach und Hagenbach befand sich früher, nicht weit von hier, die Burg Buldern. Dieser Haupthof bildete die Keimzelle unseres Dorfes.

Die genaueren Ursprünge sind leider nicht überliefert. Zirka um 1050, lange vor uns, wurde hier mit dem Bau eines Turms begonnen. Die Herren von Buldern bauten auf ihrem Grund und Boden diese Eigenkirche. Als Grundherren besaßen sie nun das Patronatsrecht – also das Recht einen Pastor vorzuschlagen, den der Bischof dann einsetzte.

Weitere Privilegien waren, dass der Pastor verpflichtet war, z.B. Mitteilungen der Grundherren nach dem Gottesdienst von der Kanzel zu verkünden. Dem jeweiligen Baron meiner Vorfahren stand so auch das Erbbegräbnis auf dem Chor der Pfarrkirche zu.

Stellen Sie sich vor, es führte sogar dazu, dass der Baron Friedrich Anton v. Diepenbrock 1763 als evangelischer Freiherr vor dem Altar in einer katholischen Pfarrkirche beigesetzt wurde. Sozusagen eine frühe Form der heutigen Ökumene.

Werfen Sie nun einen Blick auf die heutige Kirche. Zuerst wurde ein Turm im romanischen Stil erbaut. Dieser hatte eine Taufkapelle und wurde daher als Pfarrkirchenturm bezeichnet. Betrachten Sie die Westseite des Turms, erkennen Sie Schießscharten. Bei einem Angriff flüchtete die Bevölkerung hinter die dicken Mauern.

Der Turm wurde im 15. Jahrhundert um ein Kirchenschiff erweitert. Die spitzzulaufenden Fenster zeigen, dass es sich hier nun auch um einen gotischen Baustil handelt. Als Material wurde Baumberger Sandstein verwendet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche schwer verwüstet und in nur 1 1/2 Monaten fünfmal ausgeraubt. Viele kostbare Schätze gingen dabei verloren.

Spätgotische Malereien und Dekorationen befinden sich heute noch im Inneren der Kirche. Die Gewölberippen zeigen Blätter- und Blütenschmuck. Mit den Jahren wuchs die Gemeinde und die Kirche wurde zu klein. Somit beschloss der Kirchenvorstand eine neue, größere Kirche zu bauen, an der Stelle im Dorf, wo sie heute in den Himmel ragt.

Erst 1913 erwarb mein Sohn Clemens die Alte Kirche und diese gehört seitdem bis heute in unseren Familienbesitz. Er ließ einen Teil als Gruftkirche mit Emporenmausoleum umbauen. So konnte ich, nachdem meine erste Ruhestätte in der Familiengruft auf Schloss Brüninghausen durch den Bergbau stark beschädigt wurde, 1915 post mortem hier in eine der 48 Sargnischen als letzte Ruhestätte umziehen.

Die Alte Kirche durfte als Kulturgut nicht abgebrochen werden. Die heutige Grünfläche um die Kirche herum ist ein alter Friedhof, der 1930 eingeebnet wurde. An dieser Stelle wird eine alte heidnische Opferstätte vermutet, die auf päpstliche Anweisung in eine christliche Kultstätte umgewandelt wurde.

In der Alten Kirche finden immer wieder kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Konzerte statt. Schauen Sie doch einmal bei so einer Veranstaltung vorbei und lassen diese Kulisse und Atmosphäre auf sich wirken. Vielleicht können Sie sich dann vorstellen, wie es war, privilegiert in der ersten Reihe zu sitzen.“

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon