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Bauerschaften

26.11.2012, 19:58 Uhr
 
Geschichte der Bauerschaft Limbergen
Durch archäologische Funde (eisenzeitliche Scherben) konnte nachgewiesen werden, dass in Limbergen erste Siedlungsstellen bereits zwischen 800 v. Chr. und Christi Geburt
 
(Übergang der Bronzezeit zur Eisenzeit) entstanden sind, also vor mehr als 2000 Jahren.
 
Rodungssiedlungen mit der Höferiege Limbergen gab es schon um 1825 in einer Länge von 3,1 Kilometern, und zwar in West-Ost-Richtung.
 
Limbergen war bis zum 31.12.1974 zusammen mit der Bauerschaft Hövel eine selbstständige Gemeinde. Sie gehörte mit den Dörfern Darup, Lette und Rorup zum Gemeindeverbund des Amtes Rorup. Es gab einen Gemeinderat, einen Bürgermeister, einen Finanz- und Hauptausschuss, einen Schulausschuss und einen Bauausschuss.
 
Wesentliche Aufgaben des Gemeinderates waren die Unterhaltung der Volksschule und des Feuerwehrgerätehauses sowie der Wirtschaftswegebau.
 
Alten Zeitungsberichten ist u.a. folgendes zu entnehmen:
 
  • 1951 wurde in Limbergen ein Haushaltsüberschuss erwirtschaftet.
  • Bei der Gemeinderatswahl 1951 lag die Wahlbeteiligung in Limbergen bei 73,3%.
  • Im Dezember 1953 hat der Gemeinderat beschlossen, an den Gemeindestraßen Obstbäume zu pflanzen.
  • Am 8.5.1954 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Limbergen hatte über viele Jahre eine aktive Freiwillige Feuerwehr, die allerdings heute nicht mehr besteht. Einige ehemalige Mitglieder treffen sich aber noch einmal jährlich zu einem gemütlichen Nachmittag bzw. Abend. 1955 erhält Limbergen ein Kleinlöschfahrzeug.
  • Ebenfalls 1955 bekommt Limbergen eine eigene Poststelle.
  • Am 12.12.1961 beschließt der Gemeinderat, dass 50% aller Einnahmen für den Wirtschaftswegebau verwendet werden.
 
Die Volksschule in Limbergen war eine typische Bauerschaftsschule mit nur einer Klasse und acht Jahrgängen. Ein Lehrer unterrichtete ca. 30 Schüler. Im November 1965 gab es Bestrebungen der übergeordneten Behörden, die Limberger Volksschule aufzulösen. Doch der Rat der Gemeinde wehrte sich vehement gegen die Auflösung. Die Volksschule sollte bestehen bleiben. Leider vergebens. 1968 wurde die Volksschule schließlich dann doch aufgelöst. Die Grundschüler gingen nach Darup und die Hauptschüler nach Nottuln. Die Kinder aus dem südlichen Bereich der Bauerschaft Limbergen waren hiervon nur teilweise betroffen, da diese ohnehin in Buldern zur Schule gingen.
 
Im Januar 1968 hat der Rat der Gemeinde Limbergen beschlossen, eine sog. Einheitsgemeinde mit Lette, Darup und Rorup zu bilden. Hierzu ist es aber nicht gekommen.
 
Zum 1. Juli 1969 wurde Limbergen in den Grenzen der heutigen Bauerschaft (ohne Hövel) dem Dorf Buldern zugeschlagen. Dieses war die erste Phase der kommunalen Neugliederung für Limbergen. Im Rahmen der zweiten Phase ist Limbergen dann gemeinsam mit Buldern zum 1.1.1975 der Stadt Dülmen zugeschlagen worden.
 
Buldern hat sich bekanntlich massiv gegen die Eingemeindung nach Dülmen gewehrt, u.a. mit dem Argument, Teile von Limbergen seien erst vor einigen Jahren aus dem Amt Rorup in die neue Einheitsgemeinde Buldern eingegliedert worden. Aber auch mit diesem Argument hatte Buldern keinen Erfolg.
 
Ein Ehrenbuch über die in den beiden Weltkriegen Gefallenen und Vermissten aus Limbergen liegt im Vorraum der Kirche des Kloster Hamicolts aus. Jeden Monat wird von den dortigen Schwestern eine neue Seite des Ehrenbuches aufgeschlagen.
 
Die Bauerschaft Limbergen, soweit sie zu Buldern gehört, hat zurzeit 183 Bewohner. Älteste Bewohnerin ist Frau Hedwig Solke mit 92 Jahren. Jüngste Bewohnerin ist Bea Lödding, die Anfang August diesen Jahres geboren wurde.
 
Limbergen ist insgesamt 991 Hektar groß und hat 48 Familiennamen. Einige wenige dieser Familiennamen, die auch an der Stele verzeichnet sind, gehören nach der kommunalen Neugliederung aber zur Gemeinde Nottuln. Insoweit gibt es auch in Nottuln die Bauerschaft Limbergen.
 
Seit vielen Jahren besteht eine freundschaftliche Partnerschaft mit der gleichnamigen Bauerschaft Limbergen in Niedersachsen bei Neuenkirchen. Diese Freundschaft wurde seinerzeit vorn damaligen Ortsvorsteher von Buldern, Siegfried Wrocklage, initiiert. Zur Einweihung der Stele im Rahmen der 1100 Jahr-Feier des Dorfes Buldern am 29. August 1989 war eine 17-köpfige Delegation aus Niedersachsen angereist. Mit einem großen weißen Transparent „Limbergen grüßt Limbergen" zogen die Niedersachsen in Buldern ein. Dieser Tag ist vielen noch in guter Erinnerung. Gegenseitige Besuche der beiden Bauerschaften haben die Freundschaft viele Jahre geprägt. Der Name Limbergen bei Neuenkirchen soll sich von „Linden auf dem Berg" ableiten. Unser Limbergen hingegen soll seine Namensgebung aufgrund der „Lehmberge", also der lehmigen Böden bekommen haben. Historisch belegt ist dies jedoch nicht.
 
Früher gab es in Limbergen noch zwei Getreidemühlen, in denen die Bauern ihr Getreide mahlen lassen konnten. Beide Mühlen existieren noch, sind aber nicht mehr in Betrieb. Eine Mühle steht an der Grenze zur Karthaus und eine am Hof
 
Schulze Limberg. Letztere wurde von dem Müller Gehrke betrieben.
 
In Limbergen gibt es nur noch 12 Vollerwerbsbetriebe, die ausschließlich von der Landwirtschaft leben. Lediglich vier Milchviehbetriebe hat Limbergen noch aufzuweisen. Früher gab es bekanntlich auf fast jedem Hof oder Kotten Milchkühe. Ein gewaltiger Strukturwandel hat in den vergangenen Jahren stattgefunden. Neben den 12 Landwirtschaftsbetrieben gibt es noch einen Landmaschinenbetrieb mit Lohnunternehmen, einen Lebensmittelhandel, eine Schreinerei, einen Zimmerer und Dachdeckerbetrieb sowie zwei Landschaftsbaubetriebe. Limbergen hat außerdem einen Modellflugplatz und einen großen Motorradtreff, die sogenannte „Biker's Farm".
 
In Limbergen liegt auch der Mittelpunkt des Kreises Coesfeld, und zwar kurz vor Buldern am Hagenbach in Höhe Geistmanns Brücke. Außerdem befindet sich in Limbergen der Mittelpunkt des Bistums Münster (wahrscheinlich ohne Berücksichtigung des norddeutschen und Oldenburger Teils).
 
Bauerschaftssprecher in Limbergen ist seit etlichen Jahren Paul Aertken. Er wird unterstützt von einem Bauerschaftsteam, dem Stefan Große Herzog, Hubertus Lödding, Albert Merfeld und Thomas Rademacher angehören. 
 
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