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Bildstöcke, Hof- und Wegekreuze

15.09.2009, 02:46 Uhr
 
Schmerzensmann „Ecce Homo“ an der Kirche (früher Pastoratsweg) DZ 03.09.83
Das Motiv des Schmerzenmanns, auch „Erbärmdebild“ genannt, ist von einer Stelle im Johannes-Evangelium (19,5) abgeleitet. Es ist die Situation, in der Pilatus den gegeißelten und dornengekrönten Jesus dem Volk vorstellt.

Das Kunstwerk wurde um 1715 vom Bildhauer Johannes Rendeles für das Kartäuserkloster „Marienburg“  in Weddern geschaffen. Hier schmückte es mit einer Reihe anderer barocker Bildstöcke den „Kloster-Umgang“.

Heute hat der Schmerzensmann seinen Platz  an der Außenwand der St. Pankratius – Kirche, unmittelbar hinter dem Chorraum. Davor stand er lange Jahre am Pastoratsweg.

Die Flur um den Pfarrhof hatte seit alters her den Namen „Larren". Das Wort kommt anscheinend aus dem Holländischen und bedeutet so viel wie „grüner Grund". Es taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 1332 auf, in der von einer Verhandlung vor dem Freistuhl ,,up den Laren in Bulleren" die Rede ist.

Freistühle waren vom Landesherrn bestellte Gerichte, vor denen sich nicht die Bürger der Städte oder die Hörigen von Grundherren, sondern auf Bauernhöfen oder in Dörfern ansässige Freigeborene als unmittelbare Untertanen - in diesem Falle des Fürstbischofs von Münster - zu verantworten hatten. Bulderner Freigraf war 1332 Bernd Vos „de Volmering“. Vermutlich bewohnte und verwaltete dieser den dem Bischof und Stuhlherrn zugehörigen Hof Volmering in der Bauerschaft Rödder. Der fragliche Bildstock könnte zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Pastoratsweg aufgerichtet worden sein, weil man die Darstellung des verurteilten Christus für geeignet befand, die Erinnerung an die alte Gerichtsstätte wach zu halten. Älteren Bulderanern ist er noch als ,,Knüveners Station" bekannt. Die Familie Knüvener hat das ihr anvertraute Bild tatsächlich über lange Zeit gepflegt und immer wieder bei besonderen Anlässen geschmückt. Um die Station vor den Unbilden der Witterung zu schützen, ließ sie sie um die Jahrhundert-wende mit einem Fachwerkhaus umbauen.

Am heutigen Standort wurde der Schmerzensmann im Jahre 1995 in einer aufwendigen Rettungsaktion restauriert und vor weiterem Verfall geschützt.

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