Cafeteria im Spieker - jeden Donnerstag von 14:00 bis 18:00 Uhr

Bildstöcke, Hof- und Wegekreuze

15.09.2009, 05:39 Uhr
 
Sakrale Baudenkmäler in Buldern
von Ingrid Koppe / Werner Koppe

In den christlichen Ländern Europas gehört das Aufstellen von Kreuzen zum uralten Brauchtum. Im alten Orient dienten Kreuze zur Vollstreckung von Todesstrafen, später übernahmen die Römer sie als Tötungsinstrumente.
Das Christentum machte das Kreuz zu seinem höchsten und wichtigsten Symbol. Im 4. Jahrhundert wurden Kreuze den Prozessionen voran getragen.  Die Sitte, Holz- oder Steinkreuze an Wegen aufzustellen, ist im frühen Mittelalter bereits bekannt. In der Lebensbeschreibung des Heiligen Liudger (Ludger), des ersten Bischofs von Münster, werden solche Wegekreuze während der Zeit der Sachsenmissionierung im 8. Jahrhundert n. Chr. genannt. Erinnerungskreuze kennen wir schon aus dem 13. Jahrhundert.

Die meisten Kreuze, Bildstöcke und Heiligenhäuschen finden sich an Wegen, die häufig von Menschen frequentiert werden, an den alten Durchgangsstraßen und Fernwegen. Beliebte Orte sind auch Wegkreuzungen, -gabelungen und Ortseingänge. Seltener findet man die christlichen Zeichen an einsamen Plätzen.

Viele Kreuze stehen nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort. Manche mussten dem Verkehr weichen, wurden versetzt oder gar nicht erst wieder aufgerichtet. Witterungseinflüsse und oft auch menschlicher Mutwille zerstörten Bildstöcke aus Stein und Holz. Besonders die alten hölzernen Kreuze sind auf diese Art und Weise in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass wir heute in der Mehrzahl erneuerte schlichte Holzkreuze vorfinden.

In unserer Zeit haben viele Menschen den Blick für diese Zeugen christlicher Tradition und religiösen Brauchtums verloren, hasten daran vorbei. Die Kreuze und anderen Symbole des heimischen Raumes hatten und haben jedoch starke Bezüge zum Schicksal der hier lebenden Menschen. Sie wurden an Orten tödlicher Unfälle und Kriegseinwirkungen errichtet, zeugen von Bränden, Krankheiten und Unwettern. Sie stehen aus Dank für überstandenes Unheil oder sollen Unheil abwenden. Im bäuerlichen Bereich wurden Kreuze und Bildstöcke häufig aus Sorge um Ernte und Hof aufgestellt. Schließlich dienen sie auch als Stätten der Andacht bei Prozessionen und Wallfahrten.

Bildstöcke, Hof- und Wegkreuze

Sie stehen am Wegesrand, an Bauernhöfen, manchmal auch auf freiem Feld, laden zum Verweilen und Betrachten ein oder zum Gebet. Auch in Buldern und Umgebung stößt man immer wieder auf Wegkreuze und Bildstöcke.

Kein Wunder: Das Münsterland ist eine der Kernzellen des Katholizismus in Deutschland, ist es immer gewesen. Und die Bildstöcke und Wegkreuze sind gleichzeitig Zeugnis und Spuren des christlichen Glaubens katholischer Ausprägung in der Region. Sie wurden an Orten tödlicher Unfälle und Kriegseinwirkungen errichtet, zeugen von Bränden, Krankheiten und Unwettern. Sie stehen aus Dank für überstandenes Unheil oder sollen Unheil abwenden. Im bäuerlichen Bereich wurden Kreuze und Bildstöcke häufig aus Sorge um Ernte und Hof aufgestellt. Schließlich dienen sie auch als Stätten der Andacht bei Prozessionen. In Wanderkarten werden Wegkreuze (auch: Flurkreuze) und Bildstöcke zur Orientierung eingetragen.

Die Sitte, Holz- oder Steinkreuze an Wegen aufzustellen, ist im frühen Mittelalter bereits bekannt. In der Lebensbeschreibung des Heiligen Liudger (Ludger), des ersten Bischofs von Münster, werden solche Wegkreuze während der Zeit der Sachsenmissionierung im 8. Jahrhundert n. Chr. genannt. Erinnerungskreuze kennen wir schon aus dem 13. Jahrhundert.

Nur noch wenige „religiöse Flurdenkmale“, wie sie die Volkskunde nennt, sind aus dieser Zeit erhalten. Reformatorischer Bildersturm und Kriege zerstörten viele der alten Denkmäler. Die Gegenreformation wiederum förderte die Errichtung von Bildstöcken, Wegkreuzen und Kapellen, insbesondere an Prozessions- und Wallfahrtswegen. Da in der Barockzeit die bildhauerische Arbeit nur von wohlhabenden Personen bezahlt werden konnte, handelt es sich häufig um Stiftungen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging den katholischen Eliten die Üppigkeit des Barock zu weit, sie wollten mehr Rationalität, und es kam zu einer Phase der Entbarockisierung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts schlug das Pendel wieder in die andere Richtung: Religiöse Denkmäler schossen aus dem Boden. Gründe dafür waren die besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, aber auch die individuelle Förderung durch die Kirche. Zum Teil gab es regelrechte Massen-anfertigungen.

Nach den Weltkriegen war oft ein persönliches Gelöbnis der Grund, dass ein Bildstock oder ein Wegkreuz gebaut wurde. Wusste etwa ein Bauer seine Söhne im Krieg einem ungewissen Schicksal ausgesetzt, so konnte es geschehen, dass er Gott die Errichtung eines Kreuzes versprach, sollten die Kinder unbeschadet aus dem Krieg zurückkehren.

Nicht immer findet man Wegkreuze und Bildstöcke noch an ihrem ursprünglichen Ort. Manche mussten dem Verkehr weichen, wurden versetzt oder gar nicht erst wieder aufgerichtet. Auch Witterungseinflüsse und oft auch menschlicher Mutwille zerstörten einige dieser Zeugnisse vergangener Frömmigkeit.

Besonders die alten hölzernen Kreuze sind auf diese Art und Weise in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass wir heute in der Mehrzahl erneuerte schlichte Holzkreuze finden.

Fronleichnam

Fronleichnam (von mittelhochdeutsch vronlicham: Leib des Herrn), Fest der römisch-katholischen Kirche in welchem die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie verherrlicht wird. Es wurde 1264 von Papst Urban IV. eingeführt. Der Feiertag fällt auf den Donnerstag nach Trinitatis, der seinerseits vom Osterdatum abhängig ist. In einigen Ländern wurde das Fronleichnamsfest 1969 auf den Sonntag nach Trinitatis verlegt.

Bis zur protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert war der Feiertag von prachtvollen Umzügen im Freien gekennzeichnet, an denen die Zünfte, die Kaufleute, die Magistratsbeamten, die Adligen, und der Klerus teilnahmen. Nach dem Umzug führten die Zunftmitglieder Mysterien- und Wunderspiele auf dem Marktplatz auf. Der Brauch der religiösen Umzüge im Freien wurde seit der Reformation nur noch in den katholischen Ländern weitergeführt. Die Aufführung von Wunderspielen lebte länger fort, besonders in England.

Zusatzinformationen zum Download
 

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon